Rückblick auf das Jahr 2018

Im November 2017 haben wir den Container, 12m lang, mit viel medizinischem Equipment nach Tansania geschickt. Voller Hoffnung sind wir zu Dritt, Gitta Marin, Sammy Schmalz und ich, im Januar 2018 nach Tansania geflogen um den Container in Empfang nehmen zu können. Leider war es komplizierter als gedacht. Aufgrund vieler afrikanischer Vereine, die nur auf dem Papier existieren, waren Unmengen von Dokumenten beizubringen, die u.a. in der Hauptstadt Dodoma persönlich abgeholt werden mussten. Unter der Regierung von President John Magufuli sind die Auflagen sehr hoch geschraubt worden, was unsere Arbeit sehr belastet.

Somit war leider nicht damit zu rechnen, dass wir in der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes Erfolg hatten. Während Tumsifu, von unserem Partnerverein, in Dar es Salaam, sich bemühte alle Unterlagen beizubringen, konnten wir weiter an der Station arbeiten. Den vorhandenen 6m langen Container konnten wir, während der Zeit des Wartens auf den großen Container, verkaufen in einer spektakulären Abholung, die 3 Tage dauerte. Spektakulär, da der Wagen mit Kran, den man nicht, wie hier in Deutschland, an jeder Ecke bekommen kann, technisch ständig zusammenbrach. Es wurden dann immer wieder per Handy, Fundis (Handwerker) kontaktiert, die sich mit ihrem Kommen viel Zeit ließen. Daraufhin konnten die Fundamente für den doppelt so langen Container errichtet werden. In der Zwischenzeit haben wir dann eine Akazie gefällt, die zu nah am Gebäude wuchs, und mit ihren Zweigen das Dach zerkratzte. Kaum war der Baum gefallen, kamen die Nachbarn und wollten das Holz als Brennholz haben. Dieses brauchten wir aber selbst, da der Wachmann für sich und die Wachhunde täglich kochen musste.

Auch den Unfallwagen des Vereins haben wir versucht zu verkaufen, jedoch war die Zeit zu kurz, um wenigstens noch etwas Geld dafür zu bekommen. Also plante ich, es bei meinem nächsten Aufenthalt nochmals zu versuchen.

Erst im März konnten wir den Container auslösen und nach Absprache mit dem tansanischen Verein bin ich dann nach Tansania geflogen. Dann dauerte es doch fast noch 2 Wochen bis der Container in Arusha , Maji ya Chai ankam. In der Zwischenzeit konnte ich den Subaru verkaufen.
Da der Transporter keinen Kran hatte, musste entsprechend für den riesen Container mit all seinem Inhalt ein Wagen mit Kran organisiert werden. Nicht leicht, aber es klappte. Wir mussten leider dafür den Zaun und einige Büsche entfernen. Nachteilig war der Dauerregen zu dieser Zeit. Es war kalt und regnete ununterbrochen, was zu einer Schlammschlacht ausartete. Es dauerte dann einen ganzen Tag. Der Container wurde neben den Fundamenten positioniert und der zweite Wagen mit Kran hat ihn dann aufgenommen und exakt auf die Fundamente gesetzt.
Das ganze Dorf war anwesend. Ein Ereignis für Jedermann. Der Zaun wurde dann erstmal notdürftig geflickt. Es blieb mir nur ein Tage bis zu meiner Abreise und sofort am nächsten Tag begannen wir damit den Container auszuräumen und alles in der Krankenstation zu verteilen. Es waren auch einige Kinderfahrräder dabei, die sofort Abnehmer mit großen Augen gefunden hatten. Viele andere Sachen wie Schuhe und Kleidung fanden neue glückliche Besitzer.

Nach meiner Rückreise haben wir in der Eifel, in Kreuzweingarten ein Sommerfest organisiert, welches ein ganzes Wochenende mit vielen Attraktionen geplant war. Lesen für Kinder mit Sonja Kaboth, malen mit den Kindern, mit Maf Räderscheidt, Zuckerwatte und Tombola sowie Trommelworkshops mit Theo Bremenkamp und Konzert mit Sabine van Baaren und Marc Joggerst. Nochmals Allen herzlichen Dank für euren Einsatz.

Enttäuscht waren wir von dem Erlös, denn vorher gemachte Vereinbarungen wurden nicht eingehalten.

Wir fanden noch einige Unterstützer im Laufe des Jahres. Somit konnten die Arbeiten an der Station fortgeführt werden. Die Einweihung war für den Zeitraum November/Dezember vorgesehen. Ich bin zusammen mit Gerti im November dann wieder nach Tansania geflogen. Es gab noch viel zu tun! Räumen, Putzen (wobei das mit dem Putzen ein hinten fertig vorne wieder anfangen war), Organisieren und diverse Behördengänge standen an.
Das Haus für Eunis musste noch fertig gestellt werden. Im März bei einem Rundgang mit den Hunden hatten wir sie am Fluß gefunden. Da kein Auto dorthin gelangen konnte, mußte sie mit einer Schubkarre nach Hause transportiert werden. Im Krankenhaus wurde dann später der zweite Schlaganfall festgestellt. Sie ist Mitte dreißig, verheiratet und hat zwei Kinder. Sie kann nicht mehr sprechen und hat einen Dauerkatheter. Der Mann versorgt sie und wir suchen immer noch finanzielle Unterstützung, damit sie eine Hilfe bekommt. Bislang konnten wir sie mit einem Rollstuhl, Toilettenstuhl, Matratze und viel Kleidung für die ganze Familie versorgen. Strom wurde in ihrem Haus gelegt, nachdem die Decke eingezogen wurde und die Wände verputzt wurden. Das kann jetzt dauern bis der Strom angeschlossen wird.

Nach all den Strapazen sind Gerti und ich ein paar Tage nach Sansibar geflogen, wo wir u.a. wieder saubere Füße bekamen. Der Staub und Dreck sitzt hartnäckig in allen Poren fest. Natürlich musste von Sansibar aus immer noch per Handy Infos unterstützend gegeben werden. Somit war es für mich nicht wirklich erholend. Aber das Meer und der blaue Himmel entschädigt für vieles.

Zurück in Arusha, haben wir das Einweihungsfest vorbereitet. Gäste wurden geladen. Aus traditionellen Gründen wurde für das Fest eine Ziege geschlachtet werden. Viele helfende Hände waren vor Ort und so stand der 6.Dezember fest, die Station zu eröffnen.
healthcare centerIch habe das Fest gar nicht richtig genießen können, die Anspannung war zu groß. Es hatten sich Supervisoren der Regierung angekündigt um die Station abzunehmen. Das heißt, es mussten alle Auflagen erfüllt sein, um die Station in Betrieb nehmen zu können. Alles lief gut. Drei Pastöre haben die Station eingeweiht und gesegnet und die Männer von der Regierung waren begeistert von der Anlage. Immer wieder klopfte man mir auf die Schulter, schenkte mir ein Huhn und damit war meine/unsere Arbeit gelungen und getan.

Der große Ballast fiel mir dann aber erst in Deutschland von der Schulter. Wir haben es geschafft. Auch habe ich wieder einen Hund, den Dritten, aus Tansania mitbringen können. Eine liebe Familie aus Köln hat sie aufgenommen. Da hat sie ein tolles zu Hause gefunden. Das Schöne ist, wir treffen uns zu gemeinsamen Spaziergängen.

Die Krankenstation kann in Betrieb genommen werden. Es war eine schöne Zeit für mich, aber doch sehr anstrengend. Es gab viele Windmühlen gegen die ich kämpfen musste, aber das Ziel ist erreicht.

Vielen Dank
Lilo Langen
1.Vorsitzende