Rückblick auf das Jahr 2015

Auch 2015 können wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Im Januar 2015 hat uns das „Konzert für Afrika", das im Oktober 2014 in Bad Münstereifel statt fand, den schönen Ertrag von 7000 € eingebracht. Hannes Schöner und Jens Streifling überreichtem dem neu gewählten Vorstand Anfang Januar den Scheck. Vielen Dank an alle Musiker und alle Helfer die das Afrikaprojekt so tatkräftig unterstützt haben. Afrika dankt.

Auch hat uns GS Computersysteme aus Stuttgart wieder unterstützt, Anfang des Jahres mit 5000 € und zum Ende des Jahres mit weiteren 5000 €. Herzlichen Dank dafür. Wir konnten sofort mit der Herstellung der externen Toilettenanlage in Tansania beginnen. Den Bauplan und den Aufbau der Anlage hatte ich mit den Mitgliedern der tansanischen NGO bereits im Dezember 2014 erarbeitet.

Der Aushub, sowie die Befestigung der Klärgrube für die Toilettenanlage, war sehr aufwändig, da wir ohne Maschinen arbeiteten. Die Klärgrube wurde als Trockenmauer gebaut damit Wasser ins Erdreich entweichen kann.

Im März reiste ich erneut nach Tansania und zu meiner großen Freude, war die Grube bereits fertiggestellt und mit dem Bau der Toilettenanlage hatte man begonnen. Es waren viele Arbeiter notwendig, da wit zügig voran kommen wollen. Die meisten Arbeiter übernachteten während der Bauphase gemeinsam mit unserem Wachmann in einem Zelt auf dem Grundstück. Der Wachmann hatte zusätzlich die Aufgabe für die Belegschaft zu kochen. Für viele Arbeiter war das allein schon ein Anreiz auf der Baustelle zu arbeiten, so konnten sie sich die tägliche Mahlzeit sichern, die in Afrika nicht selbstverständlich ist. Der Hunger gehört auch 2015 in Afrika zum täglichen Leben.

Die unsichere Maschendraht- Verbindung zum oberen Teil des Grundstücks wurde durch ein stabiles Gittertor ersetzt. Im oberen Teil des Grundstücks lagern wir unsere Werkzeuge, die durch das neue Tor besser vor Dieben geschützt sind.
Das Lager wird auch inzwischen als Hühnerstall mitgenutzt. Da ich häufig von Freunden oder dankbaren Menschen ein Huhn geschenkt bekomme und diese nicht schlachten möchte, haben wir uns vor Ort entschieden, den Lagerraum mit den Hühnern zu teilen. Die Hühner laufen tagsüber über das Grundstück und finden dort zum Abend ihren Schlafplatz. Wir haben Brutkörbe angeschafft und die Eier, die wir selber nicht nutzen, werden verkauft. Inzwischen sind noch 4 Perlhühner dazu gekommen.

Die Wasserstellen und Futterstellen auf dem Grundstück ziehen auch viele Wildvögel an, wie Bienenfresser, Glanzstare, Zebrafinken und Eisvögel. Eine ganz besondere Freude war der Besuch eines wilden Bienenschwarmes, der sich in einem der Akazienbäume niedergelassen hat. Da wir aber zu diesem Zeitpunkt mit dem Bau der Krankenstation begonnen hatten und es durch die Arbeiten laut war, sind sie nach zwei Stunden weiter geflogen. Die Arbeiter orakelten, dass der Besuch eines Bienenschwarmes Glück bringt. Das war einfach schön. Auf Anraten unseres Partnerverein entschlossen wir uns im oberen Grundstücksteil ein „Banda" (ein überdachter Sitzplatz) zu bauen.

Es sollte ein schattiger Sitz und Besprechungsplatz werden. Bislang hatten wir immer auf einem Brett unter einem kleinen Baum gesessen. Allerdings musste man immer um den Baum wandern, dem Schatten folgend. Das Banda wurde zum Schluss mit Palmenblättern eingedeckt, die uns von der Küste, Tanga, mitgebracht wurden. Das fertige Banda fügt sich wunderbar ins Landschaftsbild ein.

Den überschüssigen Zement verbauten wir für eine Vogeltränke, der Polier formte den Kilimanjaro nach und setzte ein kleines Becken an. Wunderschön! Wir können ja auch bei guter Sicht direkt vom Grundstück aus auf den Kilimanjaro schauen.

Der Bau der Toilettenanlage gestaltete sich etwas schwierig, da die ausgesuchten Arbeiter (Fundis) nicht wirklich ihr Handwerk verstanden. Erst beim dritten Versuch hatten wir mit der Wahl des Fundis, Geoffry ,Glück. Er hat in kurzer Zeit umgesetzt, wozu seine Vorgänger nicht imstande waren. Wir haben jetzt zwei Toiletten, eine mit Dusche, die die Arbeiter gerne nutzten.

Auf das Dach haben wir einen 3000 1 Wassertank gesetzt und in Absprache mit dem Bürgermeister durften wir Ende 2015 diesen an die vorhandene Wasserleitung der Gemeinde anschliessen. Es ist jedoch immer noch in der Planung eine externe Wasserleitung zum Grundstück zu verlegen.
Zurück in Deutschland freute ich mich über die Unterstützung der Bad Münstereifeler Band „Just for Fun", die im April ein Konzert in der Erftstube in Schönau für uns gab. Es war ein toller Abend mit netten Menschen. Obwohl wir keinen finanziellen Gewinn gemacht haben war es ein gelungener Abend. Herzlichen Dank an „Just for Fun" und Stefan und Monika Wegener.
Im April bekam ich die Nachricht aus Tansania, dass die Regenfälle es unmöglich machten, den Wachmann weiter in einem Zelt auf dem Grundstück arbeiten zu lassen. Er hatte sich bereits ein Lager in einer der Toiletten eingerichtet. Dies konnte kein Dauerzustand bleiben und ich gab den Auftrag, einen Raum auf dem Grundstück zu bauen. Nach etwa 6 Wochen konnte der Wachmann in sein neues eigenes Zimmer einziehen. (Fotos finden Sie in unserer Fotogalerie).
Da wir neben dem Grundstück einen 3m breiten Weg freihalten mussten, damit unser Nachbar oberhalb des Grundstücks Zugang zu seinem Grundstück hat, nutzen wir dies, um durch ein separates Tor, vom Weg aus, zum oberen Teil unseres Grundstückes zu gelangen. Wir planen dort Unterkünfte für die Ärzte zu bauen.
Im November reiste ich erneut mit Spendengeldern nach Tansania. Wir konnten endlich mit dem Rohbau beginnen.  Alles war gut vorbereitet und mit Unterstützung des einheimischen Ingenieurs, Kisali, konnte die Arbeit beginnen. Als erstes wurden die wildwachsenden Büsche und Akazienbäume entfernt. Danach wurde anhand der Baupläne die Aussenmaße festgesteckt und die Fundamente ausgegraben.

Nach vier Tagen war alles soweit, das die Bodenplatte gegossen werden konnte. Aufwendig wurde hierfür eine kleine Betonmischmaschine ausgeliehen, sie musste in Arusha von uns abgeholt und auch wieder zurück gebracht werden. Sie wurde mit einem Dieselmotor betrieben. 27 Tansanier arbeiteten auf Hochtouren und nach einer Woche war die Bodenplatte 18 x 20 m fertig. 2 Tage später mauerten 3 Poliere und 3 Helfer die Wände hoch. Es gab immer was zu besprechen und zu ändern. Natürlich wurden Fehler gemacht, z.B. da wo ein Fenster hinsollte, wurde die Wand hochgezogen. Jedoch am Ende meines Aufenthaltes war alles fertig und in Ordnung. Alle haben super gearbeitet. Und in 6 Wochen eine gute Leistung vollbracht.

Besonders gefreut habe ich mich über die verantwortungsvolle Arbeit, die Tumsifu geleistet hat. Er unterstützt mich seit 5 Jahren und hat sich intensiv in unser Projekt eingearbeitet. Unser Budget reichte nicht aus um den Rohbau fertig stellen zu können, aber durch Tumsifus Verhandlungsgeschick ging die Baufirma und der Ingenieur in Vorkasse, weil wir auch eine Zusage von der Bruker Stiftung auf Unterstützung zum Jahresende vorlegen konnten. Somit konnten wir die Arbeiten abschliessen und Ende des Jahres alle auszubezahlen.

Die Bruker Stiftung, die uns auch wie GS Computersysteme, seit Jahren unterstützt, hat auch im Jahr 2015, 10000 € Fördergeld gespendet. Herzlichen Dank !.'
Jetzt gilt es für den Verein „Upendo" Gelder für das Dach zu sammeln. Zum Schluss eine weitere positive Nachricht: 4 Kinder bekommen von uns finanzielle Mittel, um den Schulbesuch zu sichern, Wir hoffen, dass es bald noch mehr werden. Die nächsten Aktionen für das Jahr 2016 sind bereits in Planung und ich freue mich auf deren Umsetzung.

So, das war der Jahresrückblick, der etwas emotional geworden ist, aber ich hoffe damit ein wenig meiner Freude über den Fortschritt des Baus in 2015 teilen zu können.

„Asante sana" Ihre/Eure Lilo Langen Vorsitzende