7.000 Euro für Lilo Langens Afrikahilfe!

Wenn Lilo Langen von Afrika erzählt, dann ist sie in ihrem Element. Als »normale« Safari-Touristin kam sie vor Jahren nach Afrika und bewunderte die Naturschönheiten. Doch der Blick über den Parkrand hinaus ließ Lilo Langen nicht mehr los: Das Bedürfnis zu helfen, wurde zu ihrem Lebensinhalt.

»Mir war schon bald aufgefallen, dass zwischen dem Gesehenen in den Nationalparks und dem Leben außerhalb der Parks Welten lagen, aber erst als der Guide die Reste unserer Lunchpakete mit nach Hause nahm, damit seine Familie etwas zu Essen bekam, wurde mir klar, wie groß die Armut in diesem Lande ist. Das Bedürfnis, zu helfen, wurde hier geboren und wurde zu meinem Lebensinhalt. Ich versprach dem Guide, Weihnachten etwas Geld zu schicken. Daraufhin lud die Familie mich ein und drei Monate später reiste ich zum ersten Mal alleine nach Afrika.«
Krankenstation

Dies war der Startschuss zu einem dauerhaften Engagement für die Menschen, zu vielen Reisen nach Ostafrika und zu vielen Hilfsprojekten, die sie gemeinsam mit ihren Freunden im Verein »Upendo Tansania« realisiert hat. Nachdem das Brunnenprojekt 2011 erfolgreich abgeschlossen werden konnte, geht es aktuell darum, eine Krankenstation zu errichten. Und die ist teuer! Um so dankbarer sind Lilo Langen, die 2. Vorsitzende Erika Rimkus und Schatzmeister Hans Peter Krumbein über die Spendenbereitschaft der Bevölkerung und finanzstarker Unternehmen. Und sie freuen sich über Initiativen wie das "Konzert für Afrika".

"Wir saßen bei Lilo Langen und wollten was Großes machen", sagt Höhner-Bassist Hannes Schöner. "Die Sache verdient es." Da er und sein Kollege Jens Streifling in der Kölner Musikszene überaus gut vernetzt sind, war es für sie ein Leichtes, weitere Musiker für das Benefizkonzert zu begeistern. "Brings, Kasalla, Querbeat - alle haben direkt ja gesagt", blickt Schöner dankbar zurück. Dann lag das Projekt in den Händen von Karl Brück, der schon so manche Großveranstaltung gemanagt und organisiert hat - und auch in diesem Fall wieder ganze Arbeit leistete. Das Ergebnis: ein beeindruckendes Konzert, das 980 Menschen in der Gerlach-Halle begeistert und bewegt hat!

Nach Abzug aller Kosten für Technik und den sonstigen "background" konnte nun der Erlös von 7.000 Euro an Lilo Langen überreicht werden. Dank weiterer Großspenden kann nun im Jahr 2015 mit dem Rohbau der Krankenstation begonnen werden, nachdem vor wenigen Wochen das Grundstück gekauft worden ist. Ziel ist es, die ersten Räume in der Ambulanz schnellstmöglich in Betrieb zu nehmen. Zunächst ist an eine allgemeine ärztliche Versorgung gedacht, in weiteren Ausbaustufen sollen u.a. eine gynäkologische Abteilung, eine Zahnarztpraxis, eine Apotheke und eventuell sogar eine Radiologie eingerichtet werden.
Ärzte aus Münstereifel

Angelernt werden sollen die afrikanischen Ärzte durch Mediziner aus Deutschland, die einige Wochen oder Monate "vor Ort" verbringen werden. Lilo Langen ist besonders froh, dass sich mit Dr. Rehde und Dr. Schemme auch zwei Ärzte aus Bad Münstereifel dazu bereiterklärt haben.

Für die Menschen in der Gemeinde Kitefu ist das eine enorme Verbesserung, denn bisher müssen sie 60 bis 70 Kilometer bis zum nächsten Krankenhaus "fahren" - zumeist auf einem Motorrad oder gar auf einem Esel reiten. "Ein Auto kann sich hier kaum jemand leisten", so Lilo Langen.

Überhaupt ist die wirtschaftliche Lage im Land und in der Region nicht einfach. Aufgrund der Ebola-Seuche in West-Afrika - also weit von Tansania entfernt - ist der Tourismus auch in Ostafrika massiv zurückgegangen. "Die persönliche und private Initiative von Lilo Langen verdient weitere Unterstützung", betont Hannes Schöner, der eine Art "Fundraining-Veranstaltung" ins Spiel brachte, um weitere Spenden zu sammeln.

Im Frühjahr wird Lilo Langen übrigens wieder nach Tansania reisen.

Quelle: Wochenspiegel