Aus Touristin wurde Aufbauhelferin


Im März begannen die Bohrarbeiten. »Es war ein schwieriges Unterfangen, da in der gesamten Region Arusha die Beschaffenheit des Erdreichs schwer einzuschätzen ist. Es gibt viele Felsen und oft poröses Gestein. Unser Ziel war es, Wasser für 3000 Menschen zu beschaffen«, schildert die engagierte Frau.
Gebohrt wurde bis zu einer Tiefe von 75 Metern - was zunächst gar nicht nötig schien, denn schon in 30 Metern Tiefe sprudelte das frische Nass: »Riesenfreude! Wir alle sahen uns schon am Ziel - bis das Bohrloch beim Herausziehen des Bohrers überraschend kollabierte. Es war ein grausiger Moment.«
Doch gerade in Afrika darf man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen - und das taten Lilo Langen und ihre Helfer auch nicht. Größeres Gerät wurde herbeigeschafft, viele Tage verstrichen ungenutzt - aber am Ende jubelten alle: Es gab endlich Wasser in großer Menge.
Nachdem dann ein Vertrag mit dem Bürgermeister und den Dorfältesten abgeschlossen war,  in dem die Hilfe der Dorfbewohner besiegelt wurde,  startete man gleich  mit der zweiten  Bauphase: dem Bau eines Turmes, auf dem die Solaranlage befestigt wurde und eine Pipeline zur Tankanlage. Rechtzeitig zum Eintreffen des Sponsors floss das Wasser in den Tank.
»Die Dorfbewohner dankten es uns mit einem tollen und unvergesslichen Fest«, so Lilo Langen, deren Engagement und Durchhaltewillen wieder zum Erfolg geführt hat. Dass sie bereits das nächste Projekt »im Visier« hat, versteht sich von selbst. Bleibt die Frage, was eine Frau antreibt, sich in diesem Maße persönlich für ein Land und deren Menschen zu engagieren. Alles hat mit einer »normalen« Touristenreise nach Kenia und Tansania begonnen - einer Reise, die das Leben der damals bei  der Stadt Euskirchen als Architektin arbeitenden Lilo Langen völlig umkrempeln sollte. »Seither lässt mich das Land nicht mehr los«, sagt sie und meint damit ausdrücklich nicht nur die Naturschönheiten der Nationalparks, sondern auch die dort lebenden Menschen.
»Mir war schon bald aufgefallen, dass zwischen dem Gesehenen in den Nationalparks und dem Leben außerhalb der Parks  Welten lagen, aber erst als der Guide  die Reste unserer Lunchpakete mit nach Hause nahm, damit seine Familie etwas zu Essen bekam, wurde mir klar, wie groß die Armut in diesem Lande ist. Das Bedürfnis, zu helfen, wurde hier geboren und wurde zu meinem Lebensinhalt. Ich versprach dem Guide, Weihnachten etwas Geld zu schicken. Daraufhin lud die Familie mich ein und drei Monate später reiste ich zum ersten Mal alleine nach Afrika.«
Dies war der Startschuss zu einem dauerhaften  Engagement für die Menschen, zu vielen Reisen nach Ostafrika und zu vielen Hilfsprojekten, die sie gemeinsam mit ihren Freunden im Verein »Upendo Tansania« realisiert hat. Und da »ohne Moos auch in Afrika nichts los ist«, plant Lilo Langen, die derzeit bei einem Ingenieurbüro arbeitet,  schon das nächste Benefizkonzert: Freitag, 31. August, im Kloster  Schweinheim. Infos folgen.
www.upendo-tansania.de