Schulbau musste auf Eis gelegt werden

Inzwischen platzt der von Lilo Langen angemietete und mit Schulbänken und Lehrmaterial ausgestattete Klassenraum der Vorschulkinder aus allen Nähten. Mittlerweile 71 Kinder zwischen drei und sieben Jahren teilen sich den Klassenraum und sollen jetzt zeitlich auf zwei Klassen aufgeteilt werden. Bei ihrem letzten Besuch brachte Lilo Langen den Kindern Barbie-Puppen und Spielzeugautos mit und sorgte damit für einen wahren Sturm der Begeisterung. Den von ihr geförderten jugendlichen Fußballspielern von "Shivo United" brachte sie außerdem ein paar Fußbälle mit, als Ersatz für die zu Bällen zusammen gebundenen Plastiktüten.

Solange das Schulprojekt ruhen muss, wird ein anderes Projekt vorgezogen. In Arusha bekommt Lilo Langen von der Gemeinde zwei Grundstücke zur Verfügung gestellt, auf denen nun eine Krankenstation errichtet werden soll. Bei ihrem ersten privaten Besuch in Tansania war die Bauingenieurin aus Bad Münstereifel zu Gast bei einer befreundeten Familie in Arusha. Dort erlebte sie hautnah den Mangel an ärztlicher Versorgung, als die Großmutter der Familie starb. Dies war der Anstoß zu ihrer Arbeit in Afrika und der Bau der Krankenstation gehörte von Anfang an zu ihren Zielen.

Für die Krankenstation muss ebenfalls ein Brunnen gebohrt werden, was in der felsigen Region um Arusha mit einigen Kosten verbunden sein wird. Bisher verfügen die Familien dort weder über Strom, noch über Wasser. Stattdessen wird das von unbefestigtem Erdreich dreckig braune Flusswasser zum Waschen, Spülen und Kochen benutzt. Auch wenn in den höher gelegenen Regionen Waschtag ist und weiter unten nur noch eine Seifenlauge ankommt.

Damit die Arbeiten vor Ort auch weitergehen, wird Lilo Langen ab November wieder für einen längeren Aufenthalt nach Afrika reisen. Ihre Arbeit beim Bauamt der Stadt Euskirchen wird sie zum Ende des Jahres aufgeben; bereits jetzt ist sie von der Arbeit freigestellt. Freunde sind bereits auf der Suche nach einem Haus für sie in Arusha, wo sie zu ihrer Sicherheit ein paar Hunde halten möchte. In dem frisch in Hamburg graduierten Anwalt Eric Ringo aus Dar-es-Salaam hat Lilo Langen außerdem einen neuen Vertrauensmann gefunden, der sie vor Ort bei ihrer Arbeit unterstützen wird.

Im Frühjahr hat Lilo Langen den Verein "Upendo Tansania e.V." gegründet. Im Oktober wollen sie einen Container nach Tansania schicken. An Bord: Nähmaschinen, Fahrräder, gut erhaltenes Mobiliar wie zum Beispiel Betten, alte funktionstüchtige Computer für die Schulen, Handys und Deutsch-Englisch-Schulbücher für Anfänger. Wer mithelfen möchte, den Container voll zu machen, kann sich gerne bei Lilo Langen melden.

Unterstützen kann man die Menschen in Tansania auch über Patenschaften. Mit 200 bis 300 Euro im Jahr wird jungen Menschen dort eine Ausbildung ermöglicht. Mit 50 Euro im Monat kann man die Patenschaft für ein Mädchen übernehmen, das die ehemalige deutsche Ordensschwester Angelika Wohlenberg bei den Massai gegen den Brautpreis von einigen Kühen ausgelöst hat, um es vor der Beschneidung zu schützen. In einem Internat werden die Massai-Kinder mit Essen und Kleidung versorgt und erhalten eine Schulbildung, um später selbstständig ihr Leben meistern zu können. Für solche Patenschaften vermittelt Lilo Langen gerne weiter; ihre Kontaktdaten sind im Internet zu finden unter www.eifel-tansania.de.