Euskirchen - Lilo Langen „Mensch des Jahres“

Sein Kollege Thomas Schmitz lobte im „Kölner Stadt-Anzeiger“ das von Radio Euskirchen gewählte Format, das sich wohltuend von der großen Masse der Jahresrückblicke abhebe.

Bereits zum elften Mal hatte sich der Sender mit Sitz in Euenheim fünf Menschen herausgesucht (in diesem Fall: drei Einzelpersonen und zwei Gruppen), die im zurück liegenden Jahr etwas Außergewöhnliches geleistet oder erlebt haben, und Interviews mit ihnen geführt. Die Beiträge wurden abwechselnd von Chefredakteur Norbert Jeub und Steffi Lingscheidt moderiert.

Fünf Wochen lang war die Architektin Lilo Langen jetzt wieder in Tansania, um ihr Schulprojekt weiter voranzutreiben. Mit Unterstützung der Aktion „Eifel Aid“, die unter Führung des Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen steht, will die Münstereifelerin in einem Vorort der Hauptstadt Dar-es-Salam eine Schule bauen, um Schulkindern geregelten Unterricht zu ermöglichen.

Michael Schwarz schreibt über das Rundfunkinterview mit Lilo Langen: „Nach der ersten Hälfte des Satzes hat Lilo Langen die Lacher auf ihrer Seite: »Die Schwarzen sieht man im Dunkeln ja nicht...«. Doch dann kommt Teil zwei und die Heiterkeit endet abrupt: »...darum werden sie von Autos mit kaputten Lampen auf kaum beleuchteten Straßen oft überfahren.«

Per Zufall kam die Euskirchener Architektin nach Afrika und sah dort die bittere Armut. Im Gespräch mit Steffi Lingscheidt erinnert sie sich: »Unser Reiseführer hat Reste unserer Lunchpakete, die die Touristen zurückließen, für seine Familie eingepackt.«

Rotkreuz-Aktivistin Lilo Langen spricht ihn an, und bei ihrem nächsten Afrika-Besuch will sie nur noch helfen. Zuhause sammelt sie Spenden, »köttet« bei Firmen, organisiert ein Benefizkonzert mit Hannes Schöner und Jens Streifling von den »Höhnern«. Urlaub und privates Geld spendet sie fortan für Afrika, es entstehen ein Brunnen, so etwas wie ein Klassenzimmer und bald eine Schule in Tansania.“

Außer Lilo Langen war auch der Erfinder Friedhelm Limbeck einer der „Menschen des Jahres“. Der Chef der Innovations-Gesellschaft Eifel brachte mit Florian (14) und Johannes Büttner (12) sowie Martin Hüttner, die eine Kühlbandage für Pferde entwickelt haben, auch zwei Nachwuchskräfte mit in die Sendung.

Von seiner Mountainbikefahrt auf den höchsten Vulkan der Erde berichtete André Hauschke.

Martina Wittersheim, die einen fürchterlichen Unfall überlebt hatte,  konnte selbst nicht im Interview Rede und Antwort stehen. „Sie wird operiert“, erklärt ihr Vater dem Radio-Euskirchen-Chefredakteur Norbert Jeub. Und zwar zum x-ten Mal seit jenem schicksalhaften 11. Februar, als die Bäcker-Azubi bei einem Unfall fast ihr Leben verliert. Nach dem Unfall wurde sie das Gesicht einer Geschwindigkeitskampagne der Kreispolizei, denn sie berichtete öffentlich von den Folgen des Unfalls.

„Papa, da stehen zwei Leute von der Bundeswehr vor der Tür.“ Als diese Worte seiner Tochter aus dem Handy dringen, weiß Fred Heinen, dass sein Leben eine Wendung nehmen wird. Die Soldaten standen vor dem Haus in Mechernich-Obergartzem, um Familie Heinen den Tod des 28-jährigen Sohnes und Bruders mitzuteilen.

Tim Heinen, der mit anderen das zarte Pflänzchen Frieden in Bosnien pflegen wollte, kam bei einem Hubschrauberabsturz 2008 ums Leben. Zwei Jahre später fährt sein Vater Fred Richtung Absturzort: 1900 Kilometer auf dem Fahrrad, getragen von der Kraft, die aus Trauer erwachsen kann. Das letzte Stück zur Absturzstelle war allerdings weder begeh- noch befahrbar, darum wolle er sich mit seiner Frau erneut auf den Weg machen, dann mit dem Auto - einem Indianer-Zitat folgend, das ihm ein Priester genannt hatte: „Ich möchte dort seine Seele abholen.“

Thomas Schmitz schreibt im „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Mucksmäuschenstill war es in der Mottenburg, als Ferdinand Heinen aus Mechernich-Obergartzem von seiner ganz speziellen Radtour erzählte. Der 60-Jährige hatte vor zwei Jahren seinen Sohn Tim verloren. Der Oberleutnant der Bundeswehr war im Bosnien-Einsatz in der Nähe der Stadt Banja Luka bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Die Ursache war vermutlich ein technischer Defekt am Helikopter.

Quelle: Profi Press / DRK