Viele Hürden bis Arusha

Ergriffen von den größtenteils äußerst ärmlichen Verhältnissen, organisiert sie seitdem Hilfe für die Menschen dort (wir berichteten). Die vergangenen drei Monate verbrachte sie daher in Arusha im Norden Tansanias, wo sie sich inzwischen ein Häuschen gemietet hat, damit sie ihre Hilfsprojekte besser koordinieren kann. „Im Grunde bin ich nur nach Deutschland gekommen, weil mein Visum ausgelaufen ist“, so Langen. Noch in dieser Woche kehrt sie für weitere drei Monate nach Ostafrika zurück, die Koffer sind bereits gepackt. Ihre Zeit in Deutschland nutzte sie nun unter anderem dazu, über die Fortschritte ihrer Vorhaben zu berichten.

Transport mit Tücken

Im September vergangenen Jahres hatte sie einen großen Container mit Spenden auf die weite Reise nach Afrika geschickt. Darin enthalten waren unter anderem Kleidung, Möbel und Fahrräder, die Langen vor Ort an die Bevölkerung Arushas verteilen wollte. Doch bis es dazu kam, musste die Architektin starke Nerven haben, denn der Transport steckte voller Tücken. Erst einmal dauerte die Anlieferung länger als geplant. Erwartet worden war der Container im Dezember, seinen Zielort erreichte er jedoch erst gut einen Monat später.

Beim Zoll in Dar es Salaam, dem Regierungssitz Tansanias direkt am Indischen Ozean gelegen, kam es dann zu den nächsten unliebsamen Überraschungen. Die Beamten rissen sämtliche Kartons und Tüten auf, um den Inhalt zu kontrollieren und schmissen die Sachen daraufhin achtlos zurück in den Container. Einige der Dinge schienen es den Mitarbeitern des Zolls dabei besonders angetan zu haben. „Letztlich hat nach der Kontrolle einiges gefehlt. Das hat mich ziemlich geärgert“, so Langen.

Unter anderem hatten am Ende des Tages zwei Fahrräder und diverse Paar Fußballschuhe den Besitzer gewechselt. Umso erfreuter war Lilo Langen als der Containers mittels Lastwagen im 800 Kilometer entfernten Arusha ankam. Langen: „Die Straßen sind kaputt und unwegsam. Außerdem gibt es unzählige Polizeikontrollen, an jeder wird die Hand aufgehalten“, berichtete die Architektin.

Außerdem hätten immer drei Personen im Führerhaus sitzen müssen, um sich bei Überfällen zur Wehr setzen zu können. Insgesamt war der Laster letztlich 20 Stunden lang unterwegs. Als Langen die Spenden dann an die Bevölkerung verteilen konnte, wurde sie für einen Teil der Strapazen entschädigt.

80 Meter tief bohren

Ein weiteres Projekt der Kurstädterin nimmt immer konkretere Formen an. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie angekündigt, in Arusha einen Brunnen errichten zu wollen. „Wenn ich wieder dort bin, können wir hoffentlich mit der Bohrung beginnen“, berichtete Langen. Das Grundstück sei inzwischen ausgemessen und der Bohrpunkt festgelegt worden. „80 Meter tief muss gebohrt werden, wir rechnen dabei mit bis zu 25 Metern Felsen“, so die engagierte Frau. Dementsprechend schweres Gerät wird zum Einsatz kommen, die Kosten für den Brunnen liegen laut Langen insgesamt bei rund 20 000 Euro. Ein Sponsor dafür ist allerdings schon gefunden.

Neben dem Brunnen wird ein großer Tank aufgestellt, ausgerüstet mit modernen Filteranlagen. „Das Wasser dort ist stark mit Florid verseucht und muss gesäubert werden“, erklärt Langen. Einen Betontank für Brauchwasser gibt es schon, darin wird dann das Wasser für das Vieh sowie zum Putzen und Waschen gesammelt. Insgesamt sollen 3000 Menschen von diesem Brunnen profitieren, dafür müssen sie allerdings auch etwas tun. „Die Leute müssen einen kleinen Obolus an den Ortsvorsteher der Gemeinde zahlen, für Wartungsarbeiten und andere Maßnahmen“, so die Architektin. Auch beim Bau eines Zaunes, der zum Schutz der teuren Solarpumpe errichtet werden soll, müssen sich die Bewohner beteiligen.

Wenn der Brunnen fertig ist, stehen schon die nächsten Projekte auf dem Programm. So plant die Münstereifelerin die Errichtung einer Krankenstation und sie möchte die örtliche Schule, in der 150 Schüler im Grund- und Hauptschulalter unterrichtet werden, unterstützen. Die Fortschritte ihrer Vorhaben können im Internet verfolgt werden.