Der zweite Brunnen ist total versalzen

Doch die anfängliche Euphorie über die Fortschritte der privaten Hilfsaktion von Lilo Langen weicht langsam auch der Erkenntnis, dass die Uhren in Afrika anders ticken, als im schnelllebigen Europa. "Ihr Europäer habt die Uhren, aber wir in Afrika haben die Zeit" hören Hilfswillige immer wieder. Auch die Hilfsprojekte von Lilo Langen und dem Verein "Upendo Tansania", den sie in Nöthen aus der Taufe gehoben hat, laufen nicht immer rund. So hat Lilo Langen in Mwakanga bei Dar Es Salaam ein Grundstück gekauft, um dort einen Brunnen bohren zu lassen. Doch örtliche Geologen haben ihr nach Probebohrungen mittlerweile dringend von dem Vorhaben abgeraten. "Da kommt nur Salzwasser raus, weil das Grundwasser in dieser Region total versalzen ist", sagt Lilo Langen enttäuscht.

Dennoch steckt sie nicht auf, denn die leuchtenden Kinderaugen der Schüler im "Lilo Hope Education and Community Centre" sind Ansporn genug für die engagierte Helferin. "Wir müssen nun im Verein entscheiden, wie es mit dem Grundstück weitergeht. Wahrscheinlich werden wir die Fläche, die wir mit Hilfe der örtlichen Fußballmannschaft ,Shivo United´ gerodet haben, wieder verkaufen und suchen ein besser geeignetes Terrain für den Brunnenbau", so Lilo Langen.

Sie habe festgestellt, so sagt sie nachdenklich, dass Projekte sich dann gut entwickelten, wenn man sie über einen längeren Zeitraum vor Ort persönlich begleiten könne. Sie selbst hatte sich freistellen lassen, um in Tansania drei Monate lang Freunde zu besuchen und sowohl die Schule als das Brunnenprojekt zu überwachen. Die örtliche Presse berichtete übrigens groß über das Engagement der Deutschen in Ukonga.

Der erste Brunnen, den die Architektin vor drei Jahren in Mwanagati bei Dar Es Salaam hat bauen lassen, ist noch in Betrieb und sorgt dafür, dass die Familien, die sich hier angesiedelt haben, stets gutes Trinkwasser zur Verfügung haben. Lilo Langen ist aktuell dabei, zusammen mit den Mitgliedern des Vereins "Upendo Tansania" Sportkleidung und -geräte zu sammeln, dazu benötigt sie für ihren ersten Hilfscontainer Möbel, vor allen Dingen Schränke, Fahrräder und ausrangierte Handys. Und auch einen gebrauchten Container, in den all die Sachen reinpassen. Zwischenzeitlich hat der Verein "Upendo-Tansania" seinen Internetauftritt überarbeitet und stellt die künftigen Projekte vor. Eine aus dem Internet herunterladbare Broschüre hat laut Lilo Langen schon Erfolge verbucht: Zwei Patenschaften für arme Kinder in Tansania konnten so gesichert werden.

www.upendo-tansania.de

DER VEREIN

Der Verein "Upendo Tansania" besteht derzeit aus einem Vorstand und drei weiteren Gründungsmitgliedern.