In Afrika fast ein Bein eingebüßt

Bad Münstereifel. 

Sie hat Glück gehabt. Fast hätte die Bad Münstereifeler Architektin Lilo Langen, die in Tansania Brunnen und eine Schule gebaut hat und eine Krankenstation errichten will, ihren ehrenamtlichen Einsatz mit dem Verlust ihres rechten Beines bezahlt. Langen war Ende Januar in der tansanischen Provinzhauptstadt Arusha im Nordosten des Landes verunglückt und hatte sich dabei eine tiefe Fleischwunde am Bein zugezogen.

 

Die Wunde, „bei der man bis auf den Knocken schauen konnte“, so Langen, war im örtlichen Krankenhaus versorgt worden. Die dortigen Ärzte hätten die Wunde gereinigt und ausgespült und ihre Patientin mit Antibiotika behandelt. Doch die Behandlung hatte nicht den Erfolg, den man in mitteleuropäischen Breitengraden gewohnt ist.

 

„Das Bein wurde plötzlich dick. Die Wunde fing an zu eitern“, schilderte Langen, die als Vorsitzende des Vereins „Upendo Tansania“ mit Hilfe von Vereinsgeldern und privaten Sponsoren ihre ehrgeizigen Projekte in Tansania verwirklicht. Doch die Deutsche hatte Freunde in der Not, die ihr den Rat gaben, sich mit einer von US-Amerikanern und Niederländern geführten „Surgery“ (Krankenstation) in Karatu in Verbindung zu setzen. Die Krankenstation der Organsation „Fame“ in Karatu liegt rund 160 Kilometer westlich von Arusha und knapp 25 Kilometer südlich des weltbekannten Ngorongoro-Kraters.

 

Mit einem eigens gemieteten Geländewagen wurde Lilo Langen dorthin gefahren und sofort einer Notoperation und einer starken Antibiotika-Behandlung unterzogen. Erst nach Tagen war die Gefahr gebannt. Auf der Baustelle in Kitefu haben Lilo und ihre Helfer Hütten für die Security-Kräfte gebaut, haben Bäume angepflanzt und alles vorbereitet, damit bald die Bodenplatte und das Fundament für die „Health Care Station“ gebaut werden können. Doch dazu müssen erst viele neue Spenden gesammelt werden. Ein Benefiz-Konzert im Herbst soll ebenfalls dazu beitragen, den Spendenstock zu erhöhen.

 Quelle: rundschau-online.de