Positive Eindrücke gegen den Frust

Seit mehreren Jahren engagiert sich die Architektin in dem ostafrikanischen Land. Ein Brunnen- und ein Schulprojekt hat Langen in der Nähe der Hauptstadt Dar Es Salam bereits vollendet. Jetzt hat sie Arusha ins Visier genommen. „Hier liegen die Wurzeln meines Engagements in Tansania“, sagt Langen. Denn in einem Dorf bei Arusha lebt die Familie, mit der Langen befreundet ist und die für die Architektin der Anstoß für ihre Hilfsprojekte war. „Ich wollte immer in Arusha Hilfsprojekte verwirklichen. Jetzt ist es endlich soweit“, freut sich die engagierte Kurstädterin.

Auf einem Gemeindegrundstück des Dorfes Maji ya Chai (das bedeutet Teewasser) will Langen einen weiteren Brunnen bohren lassen. „Bisher müssen die Menschen aus der Region zwölf Kilometer bis zur nächsten Trinkwasserstelle laufen“, erläutert Langen. Um genügend Wasser transportieren zu können, beladen die Menschen Esel mit Kanistern. „Da nicht jede Familie einen Esel besitzt, leihen sie sich die Tiere untereinander aus. Das Ganze ist für Mensch und Tier sehr beschwerlich“, so Langen.

Brunnenbau ist in Planung

Das Grundwasser in Maji ya Chai ist sehr chloridhaltig, daher hat es eine braune Färbung. „Wir werden zwei Anlagen bauen müssen, einmal für Gebrauchswasser und einmal für Trinkwasser, das speziell gefiltert werden muss“, erläutert die Architektin. Vor ihrem Abflug nach Deutschland hatte Langen die notwendigen Messungen durchführen lassen. „Jetzt wissen wir, wo wir bohren müssen. Wir werden 80 Meter tief bohren und in etwa 20 Metern Tiefe müssen wir mit Felsen rechnen“, so Langen. Da ist Optimismus gefragt.

Ermöglicht wird das Brunnenprojekt von dem Sponsor Eberhard Grellmann von der süddeutschen Firma „GS Computersysteme“. Im Dezember war Grellmann nach Tansania gereist, um vor Ort mit Langen die Messungen für den Brunnenbau zu begleiten. „Es waren zehn Ortsvorsteher dabei und alle haben sich für die Hilfe bei Herrn Grellmann bedankt. Das war ein sehr schöner Moment“, erinnert sich die Bad Münstereifelerin.

Menschen freuen sich über Spenden

Denn nicht immer ist ihr die Dankbarkeit der Tansanier gewiss. „Es gibt dort viel Korruption. Das ist schon manchmal frustrierend. Auf der anderen Seite überwiegen aber die positiven Eindrücke“, so Langen. Seit kurzem hat sie auch ein Haus in der Region Arusha gemietet, in dem sie während ihrer Aufenthalte in Tansania wohnt.

Dort lagert auch der Container, der Ende vergangenen Jahres mit Spenden von Bürgern aus dem Kreis Euskirchen in das ostafrikanische Land geschickt worden war. Mitte Januar war er dann in Arusha angekommen. „Ein Teil der Sachen ist bereits verteilt. Die Menschen haben sich sehr über die Spenden gefreut“, berichtet Langen. So wurde ein örtliches Fußballteam mit Trikots und Bällen ausgestattet, Kinder erhielten Kleidung und für die geplante Krankenstation waren entsprechende Betten dabei. Letztere ist Langens Zukunftsprojekt.

Es ist noch viel zu tun

Sie möchte mit einer Krankenstation die medizinische Versorgung in dem trockenen Gebiet in der Nähe des Kilimandscharos verbessern. „Aber eins nach dem anderen. Jetzt konzentriere ich mich erstmal auf den Brunnenbau. Wenn der vollendet ist, kann ich mich anderen Projekten zuwenden.“ Immer wieder ist allerdings Spontanität gefragt. So hat Langen während ihrer wenigen Tage in Deutschland für einen tansanischen Jungen die Finanzierung einer dringend benötigten Operation organisiert.

„Es gibt allerdings immer akute Notfälle, um die man sich dann direkt kümmern muss.“ Arbeit gibt es für Langen also noch genügend. „Es gibt viel Not und Armut in Tansania. Es ist noch viel zu tun“, so die engagierte Frau.

Quelle: Kölnische Rundschau