Überall mit offenen Armen empfangen

Omar Ibrahim schaut für Langen nach den Rechten, wenn diese nicht in Tansania ist. Den Tansanier lernte Langen durch Bekannte kennen, die ihr den 31-Jährigen als sehr zuverlässig empfahlen. „Er arbeitet wie ich. Es ist nicht einfach, so jemanden zu finden“, lobt Langen ihren „Vor-Ort-Helfer“.

Minusgrade kannte er nicht

Seit Dezember besucht Ibrahim Lilo Langen in Deutschland. Einen weiteren Monat wird er noch hier bleiben. Er informiert die Menschen, insbesondere seine Partner von „Eifel Aid“, der Rote-Kreuz-Hilfsgruppe, mit der Langen zusammenarbeitet, über die Fortschritte des Schulprojekts. „Mir gefällt es in Deutschland sehr gut. Bei meiner Ankunft im Winter war es nur sehr kalt. Minustemperaturen kannte ich bis dahin noch nicht“, so der Tansanier.

Er sei überall mit offenen Armen empfangen worden und habe sehr schnell viele Freunde bei den Deutschen gefunden. „Ich bin wirklich erleichtert, dass Ibrahim hier so nett empfangen wurde. Das ist nicht selbstverständlich“, freut sich Langen, bei der Ibrahim während seiner Zeit in Deutschland lebt.

Zusammen arbeiten die beiden jetzt an den Vorbereitungen für das zweite Benefizkonzert. Eigentlich hatte Langen nicht noch ein Konzert organisieren wollen. „Doch die starke Nachfrage hat mich dann umgestimmt“, so die Bauingenieurin. Außerdem stellte ihr die Dorfgemeinschaft Palmersheim ihren Saal kostenfrei zur Verfügung. Und so treten am 2. April die Musiker von „Bonn Africa“, den „Sek Brothers“ und der „Gospel Company“ aus Euskirchen auf - alle ohne Gage.

Mit dem Geld des Kartenverkaufs wird das Schulprojekt unterstützt. „Wir müssen einen Brunnen bauen, um sauberes Trinkwasser zu bekommen“, benennt Langen den nächsten Arbeitsschritt. Sobald Ibrahim zurück in Tansania sei, werde er Probebohrungen veranlassen. „Wir wissen nicht, wie tief wir bis zum Grundwasser graben müssen. Wir wissen auch nicht, ob wir Trinkwasser finden, oder ob es Salzwasser sein wird“, so Langen. Doch sollte sich am Ende rausstellen, dass das erschlossene Wasser salzig ist, müsse man noch in eine Entsalzungsanlage investieren. Das sei immer noch günstiger, als einen neuen Brunnen zu bauen.

„Wann wir dann mit dem eigentlichen Schulbau beginnen können, hängt von den finanziellen Mitteln ab, die wir aufbringen können“, so Langen weiter. Parallel zum Brunnenbau wird auch ein kleines Häuschen auf dem Grundstück errichtet. „Wir müssen den Brunnen bewachen. Er würde sonst schnell zerstört und die Baumaterialien gestohlen werden“, erklärt Langen. Die Wache sollen Ibrahim oder der Lehrer der Schule übernehmen.

Zur Fertigstellung des Projekts muss noch viel Geld gesammelt werden. Da Langen den Dorfsaal in Palmersheim das gesamte erste April-Wochenende nutzen kann, hat sie ein Workshop-Programm erstellt. Pape Seck von den „Sek Brothers“ bietet Trommelkurse für Erwachsene und Kinder an und die Tänzerin Mariama Dialo vom Zirkus „Afrika Afrika“ einen afrikanischen Tanzkurs.

Nach Deutschland möchte Ibrahim gerne noch einmal - aber dann im Sommer. Am wichtigsten ist ihm aber jetzt, dass das Konzert ein Erfolg wird. Er selbst wird beim Konzert auch auf der Trommel spielen. „Mit wenig Geld kann jeder Konzertbesucher einen riesigen Beitrag für die Verwirklichung des Projekts leisten.“ Da sind sich Langen und Ibrahim einig und hoffen auf viele Besucher.

Der Karten-Vorverkauf startet Mitte der Woche bei der SVE in Euskirchen und der Buchhandlung Mandala in Bad Münstereifel sowie im Internet.