Auf eigene Faust Brunnen in Afrika gebaut

Lilo Langen hat auf ihren Reisen erfahren, dass den meisten Menschen in Ostafrika sauberes Trinkwasser fehlt. Zwar gebe es im Gebirge im Osten Tansanias viele Flüsse, doch die seien durch Waschmittel so verunreinigt, dass sie für die Trinkwasserentnahme kaum zu nutzen seien. Auch in der Küstenregion seien saubere Brunnen Mangelware. Meist seien sie verunreinigt oder durch Tierkadaver vergiftet. Was also galt es zu tun? Per Zufall hatte Lilo Langen Kontakt zur Organisation „Eifel Aid“ bekommen, der Gruppierung aus Wohlfahrtsverbänden, die nach dem Tsunami in Sri Lanka geholfen haben.

Jetzt entsandte „Eifel Aid“ die Diplom-Ingenieurin nach Tansania, wo Lilo Langen ihr Projekt verwirklichen konnte. 6,5 Millionen tansanische Schilling, umgerechnet 4000 Euro, kostete das Unterfangen, mit Hilfe eines zuverlässigen einheimischen Unternehmens ein Grundstück zu erforschen, ein 70 Meter tiefes Loch zu bohren und darin ein Kunststoffrohr zu installieren. In dem Rohr wurde eine Edelstahlpumpe installiert, die das Wasser an die Oberfläche bringt.

„Das war ein tolles Gefühl, als der Wasserspiegel nach der erfolgreichen Bohrung bis auf 14 Meter unter die Oberkante des Rohres stieg. Das wasser ist glasklar und absolut sauber“, freute sich gestern Lilo Langen. Brunnenrohr und -öffnung sind nach oben abgedichtet, um die Verunreinigung auszuschließen. Über eine Leitung wird das Wasser vom Brunnen zur Straße transportiert, dort wird eine Wand mit Wasserhähnen errichtet, damit die Bevölkerung jederzeit an das Trinkwasser gelangen kann.

Ein Stromaggregat soll die Pumpe antreiben, später wird eine Stromleitung zum Brunnen gelegt.