Unser aktuelles Projekt

Seit 2014 haben wir zum jetzigen Zeitpunkt die Krankenstation soweit fertig gestellt, dass sie noch 2018, wenn nichts dazwischen kommt, in Betrieb genommen werden kann. Wie schon mehrfach gesagt schlagen die Uhren in Afrika anders. Zudem ist der Fortschritt davon abhängig wieviel Spenden bei uns eingehen.

Das Konzert mit Schöner, Streifling and friends war ein riesen Erfolg. Hannes und Jens haben uns 7000 € überreicht.Weitere Spenden kamen aus dem Stuttgarter Raum und mit den Geldern wurden die Vorbereitungen für den Bau getroffen ,externe Toilettenanlage, Klärgrube, ein Banda und viele "Kleinigkeiten".

P12000042015 war es dann endlich soweit. Im Herbst wurde der Grundstein für die Station gelegt.

bauarbeiterJetzt ging alles flott. Über 20 Bauarbeiter halfen das Fundament und die Bodenplatte zu errichten. Alles per Hand, Geräte können nur tageweise gemietet werden und der Aufwand sie zum Grundstück zu schaffen ist emens. Wir haben dann doch eine mit Diesel betriebene Betonmischmaschiene herbei geschafft und bis zum dunkel werden damit gearbeitet. Der beauftragte Ingenieur und Tumsifu, von der tansanischen NGO ( Verein ), haben die Arbeiten überwacht. Es war für mich, als Architektin, eine aussergewöhnliche Erfahrung, wie die Menschen mit wenigen Hilfsmitteln zurecht kommen. Und das nicht nur beim Bauen. Materielle Werte werden nur in den Städten gewertet, auf dem Land kennt man sie nicht, oder kaum. Es wird geteilt, verliehen, ohne murren. Wenn sie kaputt zurück kommen, werden sie repariert soweit es geht.

Ende des Jahres standen alle Wände und wir hofften auf weitere finanzielle Hilfe um das Projekt fortführen zu können.

Worüber wir uns auch sehr freuen, Kinder können, durch die Unterstützung von Spendern, die Schule besuchen. Zwei Mädchen und ein Junge besuchen die Haradali Schule in Arusha. Die Mädchen werden morgens vom Schulbus abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Da der Junge weit ausserhalb wohnt, schläft er auch in der Schule und wird am Wochenende, falls keine Prüfungen statt finden, nach Hause gebracht. Die Schule fördert die schwachen Fächer der Schüler/innen am Nachmittag mit gezielten Lernprogrammen. Die Kinder lernen zudem 2 Fremdsprachen und machen Schulausflüge z.B. in die Nationalparks oder auch ans Meer. Wir besuchen die Schule bei jedem unserer Aufenthalte, falls nicht gerade Ferien sind. Dann besuchen wir die Kinder zu Hause.

CIMG8081Finanzielle Unterstützung für den Bau der Krankenstation kam prompt im Frühjahr 2016. Der Rohbau konnte durch die finanzielle Unterstützung unter anderem, eines Privatmannes und der Bruker Stiftung aus dem Stuttgarter Raum fortgeführt werden. Wasserleitungen, Kanalanschluss an die Grube, Decke einziehen, Stromleitungen, Wände verputzen, Gitter für Fenster und Türen, streichen , Estrich, Fliesenarbeiten, all das und viele " Kleinigkeiten" wurden 2016 geleistet. Es war anstrengend, aber der tansanische Verein und der Ingenieur gaben ihr Bestes. Bei einigen Arbeiten standen mir die Haare zu Berge. Das kann aber auch hier in Deutschland passieren.

IMG 20160310 WA0009P1220137Wir helfen auch Menschen vor Ort. Wie z.B. Eunis, eine junge Frau die im 7. Monat ihrer Schwangerschaft einen Schlaganfall bekommen hat. Das Kind hat sie verloren, schon das Zweite. Ein Jahr zuvor war ihr kleiner Sohn, etwa 15 Monate alt, bei dem Versuch sein Spielzeug aus einem gefüllten Wassereimer zu fischen, darin ertrunken. Ihr Zuhause besteht aus einer Hütte von zwei Räumen(chen) mit Lehm-boden und Wänden. Sie schläft mit ihrer Familie (4 Personen) in einem Bett. Kein Wasser, kein Strom auch keine Toilette. Die der Nachbarn wird genutzt, ein Plumpsklo.Durch Hilfe von Spendern wurde für Eunis neben der Hütte ein separates Zimmer gebaut. Noch fehlen Gelder für die Fliesen, das Fenster und die Tür. Auch für eine eigene Toilette.

2017 war die Spendenbereitschaft in meiner Region, Bad Münstereifel groß. Das Marienheim hat mit seinem alljährlichen Benefizkonzert für uns gesammelt. Jetzt war genug Geld da die Fenster zu bestellen und einzubauen. Das war wichtig, damit das Gebäude in sich abgeschlossen ist und nicht bei den ständigen Windböen der ganze Staub ins Gebäude kommt. Geregnet hat es auch in diesem Jahr kaum. Umso wichtiger sind die Anpflanzungen auf dem Grundstück. Dafür ist aber Wasser notwendig, das ist kaum noch vorhanden, da der Grundwasserspiegel aufgrund des fehlenden Regens sinkt. Wir mussten auch während der ganzen Bauphase der Station Wasser anliefern lassen.

P1200169Das haben die Esel für uns herangeschafft. Von weit her und auch müßig. Braunes dreckiges Wasser. Zum Bauen egal, aber für die Menschen zum Leben, für unser Eins nicht vorstellbar. Aber so ist es. Daher erkranken viele in der Region an z.B. Thyphus. Ein Grund mehr zu helfen.

sekretaerinIm Herbst 2017 haben wir einen 12m Container nach Tansania, mit medizinischem und Schul-equipment bestückt, auf die Reise geschickt. Angekommen ist er im Zielhafen Dar es Salaam schon im Dezember. Jedoch ist es schwieriger geworden ihn abzuholen. Der Grund dafür sind u.a. NGO's die nur auf dem Papier existieren und Hilfsgüter bekommen die sie verkaufen. Das wird nun mit der neuen Regierung unter Magufuli besser geprüft. Zum Leidwesen von unserem Partnerverein. Ein Spiessroutenlauf, Dokumente, Papiere und Zertifikate beizubringen. Dokumente dürfen nicht auf dem Postweg versendet werden. Ein persönliches Abholen ist gefordert. Das heisst Tumsifu muß nach Dar es Salaam ( ca.700 km entfernt )und Dodoma, Hauptstadt von Tansania ( ca.450 km entfernt ). Kosten und Zeit zählen hier nicht. Und wehe im Dokument steht Merudistrict und nicht Arumerudistrict. Hier ist ein langer Atem erforderlich.

Zwischenzeitlich war das Gesundheitsamt zur Inspektion in der Station. Das Projekt wurde sehr gelobt und da gab es doch noch einige Forderungen....Verbrennungsanlage für den entstehenden Müll und eine Grube für die Nachgeburten der Frauen. Nach der Fertigstellung erfolgt eine Abnahme und die Betriebserlaubnis kann erteilt werden. Hoffen wir das nicht noch mehr Anforderungen kommen.

P1050866Im März 2018 erhoffen wir die Ankunft des Containers in Arusha. Das Schulequipment wird in Dar es Salaam umgeladen und nach Zanzibar zu zwei Schulen gebracht. Der Container geht nach Arusha und verbleibt bei der Krankenstation und wird je zur Hälfte als Kiosk und Abstellraum genutzt.

Der nächste Schritt ist Spenden für Strom, Solaranlage, einen Brunnen sowie ein Dienstauto, gerne Diesel, für den tansanischen Verein zu sammeln. Hierfür brauchen wir Ihre Hilfe.

Jeder € zählt.

In unserer Fotogalerie finden sie Fotos über den Fortschritt der Station und mehr Info in den Jahresberichten.

Wir bedanken uns für das uns entgegen gebrachte Vertrauen.

„Asante sana“(Swaheli vielen Dank )

Ihre/Eure  Lilo Langen

1.Vorsitzende

Upendo Tansania e.V.

www.upendo-tansania.de