Wasserprojekt in Kitefu (Maji ya Chai) - Zweite Bauphase

P1120381 tnEs kamen mehr als 20 „Chairmen". Nachdem ich meine bisher getane Arbeit vorgestellt hatte, verlangte ich von ihnen die Unterstützung der Dorfbewohner, sowie die Garantie, dass jemand auf die Solaranlage aufpasst, Tag und Nacht, ansonsten könnte ich keine weitere Unterstützung zusagen.

Alle waren sehr aufgeschlossen und man versprach mir, auf alles aufzupassen und Arbeiter zu finden, die einen Tower für die Solaranlage und eine Pipeline zum Tank graben. Ich hatte ein entsprechenden Vertrag vorbereitet den dann alle unterschrieben.

Später nachdem alles fertiggestellt war, habe ich noch einige unangekündigte Kontrollbesuche gemacht. Es war so wie vereinbart und die Menschen die ich am Brunnen, Wäsche waschend oder abfüllend angetroffen habe, strahlten über das ganze Gesicht. 10 km jeden Tag , bei jedem Wetter Wasser holen zu müssen ist in der Tat eine grosse Qual.

Jedenfalls nachdem ich den Vertrag in der Tasche hatte, habe ich gleich Pumpe und Solarpannels bestellt und einen weiteren Vertrag mit der Brunnenbaufirma abgeschlossen. Da die Kosten für die Pumpe u. Pannels (6.000€) sehr hoch war entschloss ich mit meinen beiden Helfern, Tumsifu und Eliudi, das zudem noch notwendige Material in Arusha einzukaufen, und nicht über die Firma zu bestellen. Es war zwar sehr aufwendig, aber wir konnten die Kosten senken. Allerdings mussten die Beiden das erledigen, denn sobald ein(e) Weisse(r) einkaufen geht erhöhen sich die Preise DREIFACH. Aber das sind Erfahrungen die macht man. Die Brunnenbaufirma hat uns dann ihren Facharbeiter angeboten, der mit den Beiden loszog. Ich hab schön im Auto gewartet. Wenn dann was zu bezahlen war, wurde ich gerufen.

P1120534 tnP1120516 tnZeitgleich haben die Dorfbewohner alles für die Errichtung eines Towers vorbereitet, nachdem ich ihnen die Maße, L.,B. und Höhe angegeben hatte. Es wurden grosse Steinblöcke als Fundament sorgfältig verteilt, selbst hergestellt Steine zum Mauern angeliefert, mit dem Eselskarren. Ja und ich habe Zement mit meinem Wagen geliefert, immer nur soviel wie sie am jeweiligen Tag verarbeiten konnten. Sand musste dann mit dem LKW geliefert werden. Die Arbeit ging sehr langsam voran, da immer Leute vorbeikamen und dann wurde wieder ein Schwätzchen gehalten...über Stunden. Africanway...

Dann wurde der Zeitplan durch die kurzfristige Ankündigung unseres Sponsors, Eberhard Grellmann, GS Computersysteme, Pleidesheim, schnell sehr straff.

Und es hat , mit etwas Druck, noch alles geklappt. Rechtzeitig zum Eintreffen des Sponsors lief das Wasser ...

Die Freude war gross und zur Einweihung bescherten uns die Dorfbewohner ein Fest, das keiner von uns je vergessen wird. Vom Pastor gesegnet, wurde der Brunnen eröffnet. Ich war glücklich eine harte und anstrengende Zeit lag hinter mir, aber der Erfolg und die Freude der Menschen entschädigen alles.

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Jetzt werde ich erst mal ausspannen und auf die Insel fahren, Zanzibar ich komme.

Ach ja. Als nächstes Projekt planen wir eine Krankenstation, hier in der Region, Maji ya Chai, zu bauen. Wenn wir das notwendige Geld gesammelt haben, versteht sich.

Danke für Ihre Unterstützung!

Kwaheri
Lilo Langen