Zaun über Nacht weg

„Mzungus“ werden als reich eingestuft

So sei es nicht immer einfach, den richtigen Eigentümer zu finden: „Oft passiert es, dass du glaubst, etwas gekauft zu haben. Dann beginnst du mit dem Bau und plötzlich steht jemand vor dir und schimpft, wie du dazu kommst, auf seinem Grundstück zu bauen.“ Langen hat auch die Erfahrung gemacht, dass „Mzungus“, also Bleichgesichter, in Afrika per se als reich angesehen werden. „Da kann der Preis für ein Grundstück schon mal rasch ins Vielfache des eigentlichen Wertes steigen“, so Langen.

Doch weil die Dorfgemeinschaft von Maji Ya Chai das Projekt unterstützt, ist dieses Schicksal der Bad Münstereifelerin und ihren Mitstreitern bislang erspart geblieben. Langen: „Wir haben das Grundstück für umgerechnet 15 000 Euro erworben und sofort angefangen es einzuzäunen. Das Grundstück ist etwa 3300 Quadratmeter groß, der Zaun rund 280 Meter lang.“

Doch das Glück mit dem Zaun währte nur eine Nacht – dann fehlte ein Drittel. Die Helfer betonierten den Restzaun noch am nächstenTag ein. Sie habe dem Bürgermeister klar gemacht, dass das Projekt nur fortgeführt werde, wenn der Zaun wieder in Ordnung gebracht sei, so Langen. Die Antwort der Dorfgemeinschaft war einfach: Die Tansanier veranstalteten ein Entschuldigungsfest für die Helferin, bei dem es gegrillte Ziege gab. „Die hat mir diesmal sogar richtig gut geschmeckt“, sagte Lilo Langen: Offenbar passe sich ihr Geschmack den örtlichen Gegebenheiten an.

Nicht problemlos war es, den Container mit der Ausrüstung für die Krankenstation herzuschaffen. Laut Lilo Langen hat es zwei Tage gedauert, bis der Container nach Maji ya Chai auf das Grundstück umgesetzt wurde. „Der Transportwagen war zu klein, der Container zu schwer. Und er musste ausgeräumt werden. Was für ein Umstand, african way eben. Ich habe nur gebetet, dass alles gut geht“, blickt Lilo Langenzurück. Der Verein „Upendo Tansania“ ist weiterhin auf Hilfe angewiesen. Wer mehr über die Projekte erfahren möchte, kann sich auf der Homepage informieren.

Quelle: Kölnische Rundschau